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Ich stieg zu Lars ins Auto.
"Hey, du kommst spät.", begrüßte ich ihn.
"Sorry.", murmelte er, " Mein Vater kam erst vor 'ner halben Stunde mit dem Auto von der Arbeit zurück."
Dann erstarb die Konversation. Ich starrte gerade aus. Er ebenfalls. Tja, so sah es nun also aus in unserer Beziehung. Wie erfroren.
Ich wusste nicht, wie lange wir schwiegen, doch es kam mir vor wie ewig. Eine Ewigkeit, in der ich nach Worten suchte.
" Wir müssen noch paar Leute abholen.", murmelte Lars schließlich.
Ich nickte: "Jens und Pia, richtig?"
" Und Rebecca."
Ich zog eine Augenbraue hoch. "Rebecca?" Wieso kam diese komische Tussi mit? Ich konnte Rebecca gar nicht leiden und ich verstand auch nicht, wieso Lars sie dabei haben wollte.
" Ja, Mikel meinte, ich soll sie doch mal fragen...", nuschelte Lars. Mikel, den wir später dort treffen würden. Mikel und die anderen. Ich verzog ein Gesicht, doch Lars schien es nicht zu bemerken und wenn, dann ließ er sich nichts anmerken. Wieder schwiegen wir. Lange. Zu lange.
Ich schaltete das Radio an.
Gerade beendete eine Nachrichtensprecherin ihre Ansage und ein Lied spielte an. Ich hörte genauer hin. Die Pussy Cat Dolls mit ''I hate this part.''
Wie passend. Ich schluckte.
"We're driving slow through the snow on 5th Avenue,
and right now radio is all that we can hear"
Ich schluckte. Mein Finger war versucht das Radio wieder auszuschalten. Doch Lars unterbrach mich: "Kannst ruhig anlassen."
Also ließ ich mich in meinen Sitz zurücksinken und lauschte dem Lied.
" Now we aien't talked since we left, it's so overdue,
It's cold outside, but between us it's even worse here."
Eine Gänsehaut kroch über meine Arme. Ich fröstelte. Mir war tatsächlich kalt. Ich sah zu Lars rüber, doch er blickte starr auf die Autobahn vor ihm.
Wie lange war es her, dass er mich angesehen hatte und aus vollem Herzen das letzte Mal "Ich liebe dich" gesagt hatte? Wie lange war es her, dass wir das letzte Mal miteinander geschlafen hatten?
"The world slows down but my heart beats fast right now
I know this is the part, where the end starts."
Nein!, dachte ich und zuckte zusammen. The End? Das Ende? Von Lars und mir? Nein, niemals. Wir gehörten doch zusammen! Irgendwie...Oder?
" I can't take it no longer,
thought that we were stronger"
" Nein.", rief ich. Lars zuckte zusammen: " Mensch, Bea, was ist denn los, was ist denn passiert? ich hab mich grad zu Tode erschreckt."
" Das ist nicht das Ende, Lars.", sagte ich, mitgerissen von dem Lied.
" Von was redest du?"
" Das Lied..."
" Welches?"
Ich öffnete den Mund, wollte etwas erwidern, doch die Worte blieben mir im Hals stecken. Lars hatte das Lied nicht wahrgenommen. Dem Text nicht zugehört. Wahrscheinlich war er mit seinen Gedanken nicht mal bei mit im Auto gewesen. Vielleicht floh er in Gedanken vor mir...
Ja, die Distanz zwischen uns war wirklich beachtlich, bemerkte ich traurig.

"Gotta talk to you know, before we fall asleep,
but will we sleep, once, I tell you, what's hurting me?"

Ich schluckte.

" Was war denn jetzt los?", fragte Lars leicht genervt.
"Nichts.", antwortete ich und schloss die Augen, "Gar nichts."

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Wieso erschreckte sie mich so, das ich fast das Steuer zur Seite riss.
"Also, was hatte Dich so erschreckt", fragte ich.
Sie schaute aus dem Fenster und wischte mit ihren Finger etwas aus dem Auge. War es etwa eine Träne. Unsinn. Doch nicht meine Bea.
Obwohl zugegeben. Es lief nicht mehr so, zwischen uns Beiden.

Meine Gedanken schwelgten zu dem Vorhaben.
Mikel wollte unbedingt diese Rebecca ergattern.
Moment, dachte Bea etwa.... Nein, ich wollte doch nichts von Rebecca.
Pia wollte etwas von mir.
Jedes Mal wenn Bea auf der Tanzfläche verschwand, suchte Pia meine Nähe. Und Jens. Der merkte es nicht einmal.
Musste ich denn etwas tun.
Um unsere Beziehung Willens. Soll doch Bea die Initiative ergreifen.
Woher weiß ich denn, ob Bea mich noch haben will...
Obgleich diese geduckte Haltung mir gegenüber. In der letzten Zeit.
Es häufte sich. Warum und Wieso?
Wie immer, bestimmt sagte sie mir, falls ich sie darauf ansprach, ...
...ich gehe ihr aus dem Weg. In der letzten Zeit...
Gleich schnappte ich sie mir. Und nehme sie in den Arm.
Wenn wir ausgestiegen sind.

"Da vorne stehen sie und warten!", sagte Bea still in sich gekehrt.
Hinausschauend.
"Ich habe sie gesehen! Wird ein netter Abend", sagte ich
Herrüber schauend.
Rebecca stand neben den Beiden.
Sie schaute freundlich, jedoch verhalten zur Seite, als sie Bea sah.

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